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Beispielstudie Synthetische Daten

Was verschiedene Kunden­gruppen vor einer Bestellung brauchen

Eine Zielgruppenstudie von der Frage bis zum Messplan, am Beispiel eines fiktiven Onlineshops für erklärungsbedürftige Wohnaccessoires. Du siehst, wie aus 364 Antworten drei Segmente werden, welche Befunde das Shopteam daraus ableitet und wie es prüft, ob die Änderungen wirken.

Stand: Redaktion: uxspire Redaktion Fachlich geprüft: Dominik Homberger

Keine Kundendaten, kein Marktergebnis

Shop, Befragte und Antworten sind erfunden. Der Datensatz wurde mit einem festen Zufallswert erzeugt und enthält bewusst angelegte Unterschiede zwischen Gruppen. In echten Studien prägen oft auch Alter, Kundenstatus oder Nutzungsgewohnheiten die Segmente, nicht nur Bedürfnisse. Die Zahlen zeigen, wie eine Auswertung aussieht und gelesen wird. Sie sagen nichts über den deutschen Onlinehandel und nichts über die Wirkung von uxspire. Wie der Datensatz entstanden ist, steht im letzten Abschnitt.

Shop
Fiktiver Onlineshop für erklärungsbedürftige Wohnaccessoires (Leuchten, Textilien, Regale, Teppiche)
Forschungsfrage
Welche Informationen und Serviceleistungen brauchen unterschiedliche Kundengruppen vor einer Bestellung?
Entscheidung
Welche Produktinformationen und Serviceversprechen priorisiert das Shopteam im nächsten Quartal?
Feldphase
21 Tage; eingebettete Befragung im Shop und Link im Newsletter
Antworten
452 begonnen, 364 abgeschlossen (81 %)
Ergebnis
3 bestätigte Segmente; empfohlen waren 2

Die Studie in fünf Schritten

  1. Ausgangslage: Welche Entscheidung ansteht und warum eine Befragung dazu beitragen kann.
  2. Fragebogen: Acht Fragen, abgeleitet aus der E-Commerce-Vorlage, mit Zweck jeder Frage.
  3. Feldphase und Datenqualität: Wer geantwortet hat, was fehlt und wie sicher die Zuordnung ist.
  4. Segmente und Befunde: Geprüfte Lösungen, drei Setcards und drei Befunde, jeweils getrennt in Beobachtung, Deutung und zu prüfende Handlung.
  5. Entscheidung und Messplan: Was das Team umsetzt, was es bewusst lässt und wie es die Wirkung prüft.

Ausgangslage: eine konkrete Entscheidung

Der Shop verkauft Leuchten, Textilien, Regale und Teppiche. Diese Produkte werfen vor dem Kauf Fragen auf: Passt die Leuchte über den Esstisch? Wie fühlt sich der Stoff an? Kommt das Regal vor dem Umzug? Das Team hat für das nächste Quartal Budget für Produktinhalte und für Serviceverbesserungen, aber nicht für beides in voller Breite.

Die Frage an die Studie lautet deshalb nicht „Wer sind unsere Kund:innen?“, sondern: Welche Informationen und Serviceleistungen brauchen unterschiedliche Kundengruppen vor einer Bestellung? Aus der Antwort soll eine Reihenfolge für Produktseiten-Inhalte und Serviceversprechen entstehen.

Befragt wurden Menschen, die der Shop selbst erreicht: Besucher:innen von Kategorie- und Produktseiten über eine eingebettete Befragung sowie Newsletter-Abonnent:innen über einen Link. Käufer:innen und Nichtkäufer:innen sind damit beide vertreten, aber nicht im Verhältnis des gesamten Shop-Traffics.

Fragebogen: acht Fragen mit klarem Zweck

Ausgangspunkt war die E-Commerce-Vorlage in uxspire mit 25 Fragen in sechs Abschnitten. Für diese Entscheidung hat das Team sie verdichtet:

  • Übernommen hat es den Besuchsanlass, die Frage nach bisherigen Bestellungen und die Idee, Informations- und Servicewünsche einzeln bewerten zu lassen.
  • Gestrichen hat es Alter, Einkommen, Haushaltsgröße und allgemeine Einkaufseinstellungen. Für die Entscheidung über Produktseiten werden sie nicht gebraucht, und jede zusätzliche Frage kostet Antworten.
  • Ergänzt hat es die Entscheidungsreife, die fehlende Information und zwei Aussagen zur Preisabwägung, weil sie zwischen „noch unsicher“ und „schon entschlossen“ unterscheiden.

In dieser Beispielauswertung formen nur die drei bewerteten Frageblöcke die Segmente (Fragen 3 bis 5). Besuchsanlass, Entscheidungsreife, fehlende Information und Vorerfahrung beschreiben die Segmente anschließend. So lässt sich prüfen, ob ein Segment etwa „fast entschlossen“ ist, statt es per Definition so zu bauen. In uxspire wählt die Auswertung die unterscheidenden Merkmale dagegen aus allen strukturierten Fragen aus; wie, beschreibt die Methodik.

Tabelle seitlich scrollen.

Fragebogen der Beispielstudie
Frage und AntwortformatTypSegmentbildend in diesem BeispielZweck
1. Was möchtest du bei deinem heutigen Besuch erreichen?
  • Inspiration für die Einrichtung sammeln
  • Ein bestimmtes Produkt suchen
  • Produkte vergleichen, die ich schon im Blick habe
  • Eine Bestellung abschließen
  • Etwas anderes
Einfachauswahl nein Besuchsanlass beschreiben; allein keine Grundlage für eine Persona.
2. Wie weit bist du mit deiner Auswahl?
  • Noch am Anfang
  • Ich habe einige Favoriten
  • Meine Entscheidung ist fast getroffen
Einfachauswahl nein Entscheidungsreife als Kontext für den Informationsbedarf.
3. Wie wichtig sind dir diese Informationen, bevor du bestellst?
  • Maße und Proportionen
  • Material und Pflege
  • Produkt im Raum (Anwendungsbeispiele)
  • Herkunft und Nachhaltigkeit
  • Bewertungen anderer Kund:innen

unwichtig · eher unwichtig · teils, teils · eher wichtig · sehr wichtig

Likert-Skala ja Mehrdimensionaler Informationsbedarf; strukturiert und damit segmentierbar.
4. Wie wichtig sind dir diese Leistungen bei einer Bestellung?
  • Lieferung innerhalb von drei Werktagen
  • Beratung per Chat oder Telefon
  • Kostenlose Rücksendung

unwichtig · eher unwichtig · teils, teils · eher wichtig · sehr wichtig

Likert-Skala ja Unterschiedliche Erwartungen an Lieferung, Beratung und Rückgabe.
5. Wie sehr stimmst du diesen Aussagen zu?
  • Für bessere Verarbeitung zahle ich mehr.
  • Ich warte gern auf Rabattaktionen.

stimme nicht zu · stimme eher nicht zu · teils, teils · stimme eher zu · stimme voll zu

Likert-Skala ja Abwägung von Preis und Qualität statt pauschaler Rabattannahmen.
6. Welche Information fehlt dir derzeit für eine Entscheidung?
  • Maße im Verhältnis zu meinem Raum
  • Material, Haptik und Pflege
  • Wie die Farbe in echt wirkt
  • Wann die Lieferung ankommt
  • Wie die Rückgabe funktioniert
  • Nichts, ich habe alles
Mehrfachauswahl nein Konkrete Lücken benennen; ergänzt die Wichtigkeitsfragen.
7. Hast du bei uns schon einmal bestellt?
  • Nein, ich bin zum ersten Mal hier
  • Nein, aber ich habe mich schon öfter umgesehen
  • Ja, ich habe schon bestellt
Einfachauswahl nein Stichprobe und Antwortmuster einordnen (Bestandskund:innen vs. Neue).
8. Was sollten wir noch wissen? Freitext nein Formulierungen und Erklärungen; fließt nicht in die Segmentierung ein.

Feldphase und Datenqualität

In 21 Tagen haben 452 Personen die Befragung begonnen und 364 sie abgeschlossen. Ausgewertet werden nur abgeschlossene Antworten: 224 aus der eingebetteten Befragung im Shop, 140 über den Newsletter-Link.

Fehlende Antworten je optionaler Frage
FrageOhne AntwortUmgang in der Auswertung
„Für bessere Verarbeitung zahle ich mehr.“21Für die Segmentbildung durch den Mittelwert ersetzt; in Prozentangaben nicht mitgezählt
„Ich warte gern auf Rabattaktionen.“17wie oben
Fehlende Information (Frage 6)26Anteile beziehen sich auf die 338 Personen, die geantwortet haben
Freitext (Frage 8)–82 Personen haben etwas geschrieben; Freitexte fließen nicht in die Segmentbildung ein

Nicht jede Person passt gleich gut zu ihrem Segment. 40 % der Befragten liegen klar im Kern ihres Segments, 40 % im mittleren Bereich und 20 % nahe an der Grenze zu einem anderen Segment. Aussagen über Segmente sind deshalb Aussagen über Schwerpunkte, nicht über jede einzelne Person.

Segmentlösungen: empfohlen ist nicht automatisch bestätigt

Berechnet wurden Lösungen mit zwei bis fünf Segmenten. Jede Lösung wurde darauf geprüft, ob sie unter wiederholten Teilstichproben stabil bleibt, wie klar sich die Segmente trennen und wie groß das kleinste Segment ist.

Anzahl der Cluster wählen

Wähle die einfachste produktionsbereite Segmentierung, deren Belege mit der besten Option vergleichbar sind.

Die Regel für die Empfehlung lautet: Kleinste Segmentzahl mit Stabilität ≥ 0,75, kleinstem Segment ≥ 10 Personen und Silhouette höchstens 0,03 unter dem Bestwert. Danach ist die Lösung mit 2 Segmenten empfohlen. Die Lösungen mit vier und fünf Segmenten fallen heraus, weil sie unter Teilstichproben zu stark schwanken (Stabilität 0,69).

Warum das Team 3 Segmente bestätigt: Die Zwei-Segment-Lösung trennt vor allem Service- von Informationsbedarf. Die ebenfalls geeignete Drei-Segment-Lösung unterscheidet zusätzlich Personen, die Sicherheit über die Produkteignung suchen, von Personen, die Inspiration sammeln. Für die Entscheidung über Produktseiten-Inhalte ist genau diese Unterscheidung nötig.

Die Empfehlung ist ein Vorschlag auf Basis der Qualitätsprüfung. Welche geeignete Lösung für die Entscheidung am meisten taugt, legt das Team fest und dokumentiert den Grund. Lösungen, die die Prüfung nicht bestehen, lassen sich ansehen, aber nicht bestätigen.

Die drei Segmente als Setcards

Eine Setcard zeigt, was in einem Segment deutlich häufiger oder seltener vorkommt als bei allen Befragten. Der Balken steht für das Segment, der senkrechte Strich für den Durchschnitt aller Befragten. Die Namen der Segmente beschreiben den Befund; es gibt keine erfundenen Namen, Altersangaben oder Fotos, weil sie nicht erhoben wurden.

Hoher Informationsbedarf zur Produkteignung

Häufiger als im Durchschnitt

  • Maße und Proportionen 87 % statt 51 %
  • Material und Pflege 80 % statt 49 %
  • Für bessere Verarbeitung zahle ich mehr. 73 % statt 48 %
  • Beratung per Chat oder Telefon 53 % statt 30 %

Seltener als im Durchschnitt

  • Ich warte gern auf Rabattaktionen. 6 % statt 31 %
  • Bewertungen anderer Kund:innen 43 % statt 59 %

Häufigste Informationslücke

Maße im Verhältnis zu meinem Raum (47 % statt 28 %)

Handlungshypothese, zu prüfen

Maßangaben mit Raumbezug und gut auffindbare Material- und Pflegehinweise auf den meistbesuchten Produktseiten könnten die Unsicherheit dieser Gruppe verringern.

Synthetische Daten Basis: n = 143 von 364 abgeschlossenen Antworten

Liefer- und Serviceorientierung

Häufiger als im Durchschnitt

  • Lieferung innerhalb von drei Werktagen 86 % statt 39 %
  • Ich warte gern auf Rabattaktionen. 65 % statt 31 %
  • Kostenlose Rücksendung 87 % statt 54 %
  • Meine Entscheidung ist fast getroffen 57 % statt 25 %

Seltener als im Durchschnitt

  • Produkt im Raum (Anwendungsbeispiele) 20 % statt 56 %
  • Für bessere Verarbeitung zahle ich mehr. 17 % statt 48 %

Häufigste Informationslücke

Wann die Lieferung ankommt (39 % statt 19 %)

Handlungshypothese, zu prüfen

Lieferzeit und Rückgabebedingungen früher sichtbar zu machen, schon auf der Produktseite statt erst im Warenkorb, könnte dieser Gruppe die Bestellung erleichtern.

Synthetische Daten Basis: n = 99 von 364 abgeschlossenen Antworten

Inspiration mit offener Kaufentscheidung

Häufiger als im Durchschnitt

  • Bewertungen anderer Kund:innen 88 % statt 59 %
  • Inspiration für die Einrichtung sammeln 53 % statt 29 %
  • Produkt im Raum (Anwendungsbeispiele) 79 % statt 56 %
  • Noch am Anfang 50 % statt 30 %

Seltener als im Durchschnitt

  • Maße und Proportionen 20 % statt 51 %
  • Material und Pflege 27 % statt 49 %

Häufigste Informationslücke

Wie die Farbe in echt wirkt (34 % statt 22 %)

Handlungshypothese, zu prüfen

Eingerichtete Raumbeispiele und Kundenfotos in Bewertungen könnten dieser Gruppe helfen, eine Auswahl zu treffen; die Wirkung zeigt sich eher über mehrere Besuche als in einer einzelnen Sitzung.

Synthetische Daten Basis: n = 122 von 364 abgeschlossenen Antworten

Anteil im SegmentDurchschnitt aller Befragten

Drei Befunde von der Antwort zur Hypothese

Jeder Befund trennt, was die Daten zeigen, was das Team daraus schließt und was es als Nächstes prüft. Die Prozentwerte sind Anteile der Antworten „eher“ oder „sehr wichtig“ bzw. „stimme eher“ oder „voll zu“ unter den Personen, die die jeweilige Frage beantwortet haben.

1. Maße und Material entscheiden für „Hoher Informationsbedarf zur Produkteignung“

Maße und ProportionenAnteil der Antworten „eher wichtig“ oder „sehr wichtig“ bzw. „stimme eher zu“ oder „stimme voll zu“
Produkteignung87 %
Lieferung und Service37 %
Inspiration20 %
Gesamt51 %
Beobachtung
87 % in diesem Segment (143 Personen) finden Maße und Proportionen vor der Bestellung wichtig, gegenüber 51 % aller Befragten. Bei Material und Pflege sind es 80 % gegenüber 49 %. Als fehlende Information nennen 47 % „Maße im Verhältnis zu meinem Raum“ (alle: 28 %).
Deutung
Ein Teil der Befragten braucht vor allem Sicherheit, dass ein Produkt passt: in den Raum, zum Möbelstück, zur Pflegegewohnheit. Rabatte spielen für diese Gruppe kaum eine Rolle (6 % warten gern auf Rabattaktionen, alle: 31 %).
Zu prüfende Handlung
Maßangaben mit Raumbezug und gut auffindbare Material- und Pflegehinweise auf den meistbesuchten Produktseiten könnten die Unsicherheit dieser Gruppe verringern.

2. Lieferzeit und Rückgabe zählen für „Liefer- und Serviceorientierung“

Lieferung innerhalb von drei WerktagenAnteil der Antworten „eher wichtig“ oder „sehr wichtig“ bzw. „stimme eher zu“ oder „stimme voll zu“
Produkteignung26 %
Lieferung und Service86 %
Inspiration17 %
Gesamt39 %
Beobachtung
86 % in diesem Segment (99 Personen) ist eine Lieferung innerhalb von drei Werktagen wichtig (alle: 39 %), 87 % eine kostenlose Rücksendung (alle: 54 %). 57 % geben an, ihre Entscheidung sei fast getroffen (alle: 25 %), 60 % haben schon einmal bestellt (alle: 30 %).
Deutung
Diese Gruppe weiß meist, was sie will, und entscheidet über die Bedingungen der Bestellung. Beratung ist ihr kaum wichtig (5 %). Dass sie häufiger auf Rabatte wartet (65 %), ist ein Hinweis, aber noch kein Auftrag für mehr Aktionen.
Zu prüfende Handlung
Lieferzeit und Rückgabebedingungen früher sichtbar zu machen, schon auf der Produktseite statt erst im Warenkorb, könnte dieser Gruppe die Bestellung erleichtern.

3. Bewertungen und Raumbeispiele helfen „Inspiration mit offener Kaufentscheidung“

Bewertungen anderer Kund:innenAnteil der Antworten „eher wichtig“ oder „sehr wichtig“ bzw. „stimme eher zu“ oder „stimme voll zu“
Produkteignung43 %
Lieferung und Service48 %
Inspiration88 %
Gesamt59 %
Beobachtung
88 % in diesem Segment (122 Personen) sind Bewertungen anderer Kund:innen wichtig (alle: 59 %), 79 % Anwendungsbeispiele im Raum (alle: 56 %). 53 % sind zum Sammeln von Ideen im Shop (alle: 29 %), 50 % stehen mit ihrer Auswahl noch am Anfang (alle: 30 %).
Deutung
Diese Gruppe ist früh in ihrer Entscheidung und sucht Orientierung, weniger technische Details (Maße: 20 %). Eine Wirkung auf Bestellungen wäre eher über mehrere Besuche zu erwarten als in einer einzelnen Sitzung.
Zu prüfende Handlung
Eingerichtete Raumbeispiele und Kundenfotos in Bewertungen könnten dieser Gruppe helfen, eine Auswahl zu treffen; die Wirkung zeigt sich eher über mehrere Besuche als in einer einzelnen Sitzung.

Freitexte aus diesem Segment (synthetisch)

  • „Ich möchte wissen, wie sich der Stoff anfühlt und ob er waschbar ist.“
  • „Ich schaue mir erst Bewertungen mit Fotos an, bevor ich etwas bestelle.“
  • „Die Farben wirken auf dem Bildschirm oft anders als in echt.“

25 Personen in diesem Segment haben die offene Frage beantwortet. Freitexte fließen nicht in die Segmentierung ein.

Alle Aussagen im Überblick

Die Matrix zeigt jede bewertete Aussage für jedes Segment. So verschwindet kein Unterschied im Durchschnitt, und du kannst jeden Befund oben bis zur zugrunde liegenden Frage zurückverfolgen. Die Einzelantworten stehen im Datensatz zum Download.

Tabelle seitlich scrollen.

Anteil „eher wichtig“ oder „sehr wichtig“ je Segment
AussageProdukteignung
n = 143
Lieferung und Service
n = 99
Inspiration
n = 122
Gesamt
n = 364
Maße und Proportionen87 %37 %20 %51 %
Material und Pflege80 %30 %27 %49 %
Produkt im Raum (Anwendungsbeispiele)62 %20 %79 %56 %
Herkunft und Nachhaltigkeit36 %13 %34 %29 %
Bewertungen anderer Kund:innen43 %48 %88 %59 %
Lieferung innerhalb von drei Werktagen26 %86 %17 %39 %
Beratung per Chat oder Telefon53 %5 %25 %30 %
Kostenlose Rücksendung41 %87 %43 %54 %
Für bessere Verarbeitung zahle ich mehr.73 %17 %43 %48 %
Ich warte gern auf Rabattaktionen.6 %65 %34 %31 %

Anteil der Antworten „eher wichtig“ oder „sehr wichtig“ bzw. „stimme eher zu“ oder „stimme voll zu“

Dieselben Daten zeigen wir auf der Seite Zielgruppenstudien in vereinfachten Nachbauten der vier Auswertungsansichten der Anwendung.

Entscheidungsprotokoll

So hält das fiktive Shopteam fest, was es aus der Studie ableitet. Das Protokoll trennt Umsetzung, bewusste Nicht-Entscheidung und Überprüfung.

Entscheidungsprotokoll der Beispielstudie
PunktFestlegung im Beispiel
EntscheidungReihenfolge für Produktseiten-Inhalte und Serviceversprechen im nächsten Quartal
Grundlage3 bestätigte Segmente aus 364 abgeschlossenen Antworten (synthetisch), Feldphase 21 Tage
ZuerstMaßangaben mit Raumbezug sowie Material- und Pflegehinweise auf den meistbesuchten Produktseiten von Leuchten und Regalen (Befund 1). Begründung: größtes Segment, klarer Unterschied, Umsetzung liegt beim Content-Team.
DanachLieferzeit und Rückgabebedingungen auf der Produktseite statt erst im Warenkorb (Befund 2). Voraussetzung: Die Logistik kann die angezeigte Lieferzeit verlässlich einhalten.
SpäterRaumbeispiele und Kundenfotos (Befund 3). Aufwendige Produktion; Wirkung erst über mehrere Besuche messbar.
Bewusst nichtKeine zusätzlichen Rabattaktionen. Nur ein Segment wartet häufiger auf Rabatte; eine Ausweitung würde Marge kosten, ohne die Informationslücken der anderen Segmente zu schließen.
VerantwortlichE-Commerce-Leitung (Priorität), Content-Team (Produktseiten), Logistik (Lieferzeit)
ÜberprüfungNach acht Wochen anhand des Messplans; bei unklarem Ergebnis Nachbefragung auf den geänderten Produktseiten

Aus den Segmentanteilen rechnet das Team kein Umsatzpotenzial hoch. Anteile beschreiben die Befragten, nicht den Umsatz, und die Verteilung hängt davon ab, wer über welchen Kanal geantwortet hat.

Grenzen und andere Erklärungen

  • Wer antwortet: Befragt wurden Shop-Besucher:innen und Newsletter-Abonnent:innen. Menschen, die den Shop nie besuchen, fehlen; Newsletter-Leser:innen sind häufiger bestehende Kund:innen. Ein anderer Kanalmix würde andere Segmentanteile ergeben.
  • Sagen und tun: Die Antworten beschreiben, was Befragte für wichtig halten. Ob fehlende Maßangaben tatsächlich Bestellungen verhindern, zeigt erst der Vergleich im Shop.
  • Frageformulierung: „Lieferung innerhalb von drei Werktagen“ ist konkreter als „schnelle Lieferung“. Andere Formulierungen hätten andere Anteile ergeben; deshalb steht der Wortlaut jeder Frage oben.
  • Fehlende Werte: Die zwei Preisfragen waren freiwillig. Für die Segmentbildung wurden fehlende Werte durch den Mittelwert ersetzt, was Unterschiede bei diesen Aussagen eher abschwächt.
  • Andere Erklärung für Befund 2: Das Segment enthält viele Wiederkäufer:innen. Ihr Wunsch nach schneller Lieferung kann auch aus Erfahrungen mit früheren Bestellungen stammen, nicht aus einer generellen Serviceorientierung.
  • Synthetische Daten: Die Unterschiede wurden beim Erzeugen bewusst angelegt. Reale Studien zeigen oft kleinere oder weniger eindeutige Unterschiede.

Messplan für die Änderungen

Eine Studie zeigt, wo sich eine Änderung lohnen könnte. Ob sie wirkt, muss der Shop mit eigenen Daten prüfen. Das Team legt Kennzahlen und Vergleich vor der Umsetzung fest.

Messplan der Beispielstudie
ÄnderungKennzahlVergleichMitbeachten
Maßangaben mit Raumbezug, PflegehinweiseBestellrate der geänderten Produktseiten; produktbezogene Rückfragen; Retourengrund „entspricht nicht den Erwartungen“Geänderte gegen vergleichbare unveränderte Produktseiten über denselben ZeitraumSaison, Kampagnen, Preisänderungen, Verfügbarkeit
Lieferzeit und Rückgabe auf der ProduktseiteAnteil der Warenkörbe, die in eine Bestellung münden; Rückfragen zur LieferungWenn das Shopsystem es erlaubt: aufgeteilter Test; sonst Vorher-nachher mit dokumentierten StörfaktorenTatsächliche Lieferperformance, Versandkostenänderungen
Raumbeispiele und KundenfotosWiederkehrende Besuche und spätere Bestellungen der betroffenen KategorienLängerer Zeitraum; ergänzend kurze Befragung auf den SeitenTraffic-Mix, Sortimentswechsel

Bleibt eine Kennzahl unverändert, ist das ein Ergebnis: Dann war die Annahme falsch, die Umsetzung zu schwach oder die Messung zu kurz. Das Protokoll hält fest, welche Erklärung das Team für wahrscheinlich hält und was es daraus lernt.

Downloads

Wie der Datensatz entstanden ist

Die Antworten erzeugt ein Skript mit festem Zufallswert, sodass jede Erzeugung dieselben Daten liefert. Es legt drei Antwortmuster mit unterschiedlichen Schwerpunkten an und fügt Streuung, freiwillige Lücken und abgebrochene Befragungen hinzu. Für die Segmentbildung wurden die Antworten der Fragen 3 bis 5 standardisiert und mit k-Means gruppiert; die Stabilität misst, wie gut sich die Zuordnung in 50 Teilstichproben mit je 80 % der Antworten wiederfindet.

Diese Nachrechnung ist bewusst einfacher als das Verfahren in uxspire, das zusätzlich Merkmale auswählt, die Wiederholbarkeit der Profile prüft und Antwortstil-Effekte erkennt. Was die Anwendung prüft, beschreibt die Methodik der Zielgruppenstudien.