Vorlage
Fragebogen-Vorlage für die Zielgruppenanalyse im Onlineshop
Eine Vorlage spart Zeit, ersetzt aber nicht die Frage, welche Entscheidung du vorbereitest. Hier findest du beides: den Aufbau der E-Commerce-Vorlage in uxspire und eine verdichtete Fassung für eine konkrete Shop-Entscheidung, jeweils mit Zweck, Antwortformat und Grenzen der Fragen.
So nutzt du diese Vorlage
- Entscheidung notieren. Welche Frage soll die Studie beantworten? Der Arbeitsbogen zur Zielgruppenanalyse hilft dabei.
- Bausteine wählen. Nimm nur Fragen auf, die du für die Entscheidung auswertest. Jede weitere Frage verlängert die Befragung.
- Wortlaut anpassen. Konkrete Leistungen und Informationen deines Sortiments statt allgemeiner Begriffe.
- Vorab testen. Lass fünf bis zehn Personen aus der Zielgruppe den Fragebogen ausfüllen und frag, was unklar war.
Die E-Commerce-Vorlage in uxspire
uxspire enthält 23 deutschsprachige Studienvorlagen für verschiedene Branchen. Die allgemeine Vorlage für Onlineshops heißt „E-Commerce generisch“ und umfasst 25 Fragen in sechs Abschnitten:
| Abschnitt | Fragen | Inhalte | Formate |
|---|---|---|---|
| Über Sie | 7 | Alter, Geschlecht, Bildungsabschluss, berufliche Situation, Haushaltsgröße, städtisch oder ländlich, Haushaltsnettoeinkommen (mit „Möchte ich nicht angeben“) | Zahl, Einfachauswahl |
| Kontext und Nutzung | 4 | Gerät, Besuchshäufigkeit, Besuchsgründe, Kundenkonto | Einfach- und Mehrfachauswahl |
| Kaufverhalten | 5 | Online oder Filiale, besuchte Kategorien, Zahlungsart, bevorzugte Einkaufsorte, monatliche Ausgaben | Einfach- und Mehrfachauswahl |
| Einstellungen und Werte | 4 | 13 Aussagen zum Einkaufserleben, was beim Onlinekauf besonders zählt (höchstens vier aus 13 Optionen plus „Anderes“), Sicherheitsgefühl, Wichtigkeit von Transparenz | Likert-Skala (5 Stufen), Mehrfachauswahl, Bewertung 1 bis 5 |
| Erfahrung mit dem Shop | 4 | Bisherige Bestellung, Zufriedenheit mit acht Aspekten (z. B. Versandkosten, Lieferzeiten, Verständlichkeit der Seite), Weiterempfehlung, Markenassoziationen | Einfachauswahl, Likert-Skala, Skala 0 bis 10, Mehrfachauswahl |
| Abschluss | 1 | „Möchten Sie uns abschließend noch etwas mitteilen?“ | Freitext |
Alle Fragen sind in der Vorlage freiwillig. Der Platzhalter [COMPANY_NAME] steht für deinen Shopnamen, die Ansprache ist „Sie“. Begrüßungs- und Abschlusstext passt du vor der Veröffentlichung an. Die Vorlage ist ein breiter Ausgangspunkt: Sie deckt viele Themen ab, damit du auswählen kannst, nicht damit du alles fragst.
Welche Fragen die Segmente formen können
In uxspire kommen alle strukturierten Fragen als Merkmale für die Segmentbildung infrage; die Auswertung wählt die unterscheidenden aus. Freitext formt die Segmente nicht. Daraus folgen zwei Überlegungen:
- Demografie und Status bewusst einsetzen. Wenn Alter, Einkommen oder „schon bestellt“ stark unterscheiden, können sie Segmente mitprägen. Lösungen, die sich nur auf eine einzige Frage stützen, werden verworfen; mehrere Statusfragen zusammen können aber trotzdem dominieren. Nimm sie nur auf, wenn solche Segmente für deine Entscheidung taugen.
- Bedürfnisse und Abwägungen einzeln abfragen. Blöcke mit mehreren konkreten Aussagen liefern die Unterschiede, aus denen brauchbare Setcards entstehen.
Verdichtete Fassung für eine konkrete Entscheidung
Die folgende Fassung stammt aus der Beispielstudie. Sie bereitet eine Entscheidung vor: welche Produktinformationen und Serviceversprechen ein Shop für Wohnaccessoires zuerst verbessert. Sie hat acht Fragen und duzt, wie der Beispielshop. Übernimm die Struktur, ersetze die Inhalte durch dein Sortiment.
| Baustein und Frage | Antwortformat | Zweck | Grenze |
|---|---|---|---|
| 1. Besuchsanlass: „Was möchtest du bei deinem heutigen Besuch erreichen?“ | Einfachauswahl: Inspiration sammeln, bestimmtes Produkt suchen, vergleichen, Bestellung abschließen, etwas anderes | Absicht beim Besuch beschreiben | Allein keine Persona; der Anlass ändert sich von Besuch zu Besuch |
| 2. Entscheidungsreife: „Wie weit bist du mit deiner Auswahl?“ | Einfachauswahl in drei Stufen | Informationsbedarf in Beziehung zur Kaufnähe setzen | Selbsteinschätzung; ersetzt keine Verhaltensdaten |
| 3. Informationsbedarf: „Wie wichtig sind dir diese Informationen, bevor du bestellst?“ | Likert-Skala mit fünf Stufen, fünf Aussagen (z. B. Maße und Proportionen, Material und Pflege, Bewertungen) | Unterschiedliche Bedürfnisse vor dem Kauf erkennen | Wichtigkeit ist nicht gleich Kaufgrund; Aussagen sortimentsnah formulieren |
| 4. Serviceerwartung: „Wie wichtig sind dir diese Leistungen bei einer Bestellung?“ | Likert-Skala, drei konkrete Leistungen (z. B. Lieferung innerhalb von drei Werktagen) | Erwartungen an Lieferung, Beratung und Rücksendung trennen | Nur Leistungen aufnehmen, die du tatsächlich anbieten könntest |
| 5. Preisabwägung: „Wie sehr stimmst du diesen Aussagen zu?“ | Likert-Skala, freiwillig, zwei Aussagen (Qualität gegen Rabatt) | Abwägungen statt pauschaler Preisempfindlichkeit | Freiwillig, weil manche nicht über Geld sprechen wollen; fehlende Werte einplanen |
| 6. Unsicherheit: „Welche Information fehlt dir derzeit für eine Entscheidung?“ | Mehrfachauswahl mit „Nichts, ich habe alles“ | Konkrete Informationslücken benennen | Nur Lücken, die du als Option anbietest; Freitext am Ende fängt weitere auf |
| 7. Vorerfahrung: „Hast du bei uns schon einmal bestellt?“ | Einfachauswahl in drei Stufen | Stichprobe einordnen: Erstbesuch, bekannt, Kund:in | Steht am Ende, damit Befragte die übrigen Fragen nicht „als Kund:in“ beantworten |
| 8. Freie Ergänzung: „Was sollten wir noch wissen?“ | Freitext, freiwillig | Formulierungen und Gründe in eigenen Worten | Formt keine Segmente; kann personenbezogene Angaben enthalten |
Reihenfolge
Die Reihenfolge beeinflusst Antworten. Bewährt hat sich dieser Aufbau:
- Leichter Einstieg mit einer Frage zum aktuellen Besuch. Sie ist schnell beantwortet und holt Befragte in die Situation.
- Kernblöcke zu Informationen, Service und Abwägungen. Hier entstehen die Unterschiede zwischen Segmenten.
- Konkrete Lücken nach den Kernblöcken, damit die Antworten dort nicht schon auf eine Richtung gelenkt sind.
- Einordnung wie Vorerfahrung oder, falls nötig, Demografie am Ende.
- Freitext als letzte, freiwillige Frage.
Antwortoptionen neutral formulieren
- Ein Thema pro Aussage. „Schnelle und günstige Lieferung“ vermischt zwei Dinge; trenne sie.
- Konkret statt allgemein. „Lieferung innerhalb von drei Werktagen“ ist eindeutiger als „schnelle Lieferung“ und lässt sich später mit dem tatsächlichen Angebot vergleichen.
- Ausgewogene Skalen. Gleich viele Stufen auf beiden Seiten und eine Mitte wie „teils, teils“.
- Ausweg anbieten. Optionen wie „Nichts davon“ oder „Etwas anderes“ verhindern erzwungene Antworten.
- Prioritäten erzwingen, wo sie zählen. Die Produktvorlage begrenzt „Worauf legen Sie besonders großen Wert?“ auf vier Antworten. So wird nicht alles gleich wichtig.
- Keine Wertung in der Frage. Nicht „Wie gut gefällt dir unser neuer Service?“, sondern „Wie zufrieden bist du mit …“ mit einer beidseitigen Skala.
Länge und Datensparsamkeit
Plane nur Fragen ein, deren Antworten du auswertest. Die verdichtete Fassung kommt mit acht Fragen aus, weil sie eine einzige Entscheidung vorbereitet. Personenbezogene Angaben wie Name oder E-Mail-Adresse braucht eine Zielgruppenstudie nicht. Fragen zum Einkommen oder zur Bildung nimmst du nur auf, wenn du sie für die Entscheidung brauchst, und immer mit der Möglichkeit, keine Angabe zu machen. Freitexte können trotzdem persönliche Angaben enthalten; behandle sie entsprechend.
Die Vorlage in uxspire verwenden
Beim Anlegen einer Zielgruppenstudie startest du mit einer der enthaltenen Vorlagen und wählst „E-Commerce generisch“. Fragen, Reihenfolge, Texte und Antwortoptionen passt du im Editor an, bevor du die Studie veröffentlichst. Eigene Fragebögen kannst du als Vorlage im JSON-Format hochladen und im Team wiederverwenden. Für die Segmentierung brauchst du mindestens 100 abgeschlossene Antworten.